Gebaut wurde ich gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Johann Boos, geb. 1847, hat mich dann zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgebaut. 1874 bekam ich den Namen >Gastwirtschaft Johann Boos<, es wurden Tische und Stühle für Durchreisende gekauft, hauptsächlich waren es Fuhrleute auf ihrem Weg zum wöchentlichen Markt nach Boppard am Rhein.
Seit 1906 heiße ich >GASTHAUS Zur Katz<. Diesen Namen gab man mir, weil ich unmittelbar an einer alten Römerstrasse liege, die östlich verlief und Karrenstrasse genannt wurde.
Neben der Römerstrasse lagen auf erhöhten Punkten Beobachtungsstellen, die sogenannten Katzenköpfe. Auch hinter mir war ein solcher vorhanden.
Am 01.04.1880 kam die Tochter von Johann Boos zur Welt, diese heiratete Herrn Johann Becker aus Karbach, den alle nur >Katze-Hannes< nannten. Aus dieser Ehe ging Karl Becker hervor, geboren 12.11.1903, der dann Maria Leiniger aus Lamscheid heiratete, die Grossmutter der heutigen Besitzer.
1913 bekam auch ich Zuwachs, ein Tanzsaal wurde angebaut, später in den dreißiger Jahren übernachteten die ersten Gäste. Das Jahr 1939, der 2. Weltkrieg begann. Mein damaliger Chef, Karl Becker, wurde Soldat und kam in russische Kriegsgefangenschaft. Welch ein Freudenfest sollte es werden, als seine Rückkehr bekannt gegeben wurde. Ich wurde rausgeputzt und festlich geschmückt. Eine Sau wurde geschlachtet, es roch nach frisch
gebackenem Kuchen. Alle warteten sehnsüchtig auf den Heimkehrer. Aber Karl kam nicht!
Dann die Nachricht: Karl Becker starb am 18.09.46 auf dem Rücktransport an den Folgen seiner Kriegs – und Gefangenschaftleiden in Erfurt. Maria Becker mußte mit ihren 3 Söhnen Karl-Josef, Helmut und Heinz nun den Betrieb alleine führen. 1958 heiratete Helmut dann Marianne Meiers aus dem Nachbarort Halsenbach. Sie hatten ab sofort hier das Sagen!
In den darauf folgenden Jahren wurde viel an mir abgerissen, angebaut, neugebaut.
Meine Maße änderten sich innen wie außen. Zimmer vergrößert, Fenster zugemauert,
dafür irgendwo ein anderes eingebaut. Saal erneuert, Toiletten verschönert, die Küche die vorher 30 m2 hatte, hatte auf einmal 70 m2. Über ein Schwimmbad mit Sauna habe ich
mich besonders gefreut, meine Gäste natürlich auch.
In den arbeitsreichen Jahren, die für Marianne und Helmut folgten, ging erstmals 1959
ihr gemeinsamer Kinderwunsch in Erfüllung. Vier weitere Wunschkinder sollten folgen.
Zwei dieser "Katzenkinder" sind heute meine Chefs. Wolfgang der älteste Sohn und
Sylvia Liesenfeld die jüngste Tochter.
Heute können bei mir 30 Gäste übernachten. Der Saal, ausgestattet mit Tanzfläche und
separater Theke bietet Platz für 140 Personen, im Restaurant sind es 60 und im
Nebenraum nochmals 40. An schönen Tagen kommen 30 Plätze auf der Terrasse dazu.
Wie ich gehört habe, soll es auch im Laufe des Jahres mit den Arbeiten in und um
meine Gemäuer weitergehen.
Die Seite ist nun hier zu Ende. Schön, daß wir uns kennen gelernt haben.
Ich hätte noch manche Geschichte zu erzählen, vielleicht beim nächsten mal.
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Noch etwas! Wenn es Ihnen bei uns gefallen hat, sagen Sie es bitte weiter!
Wenn nicht, sagen Sie es bitte meinen beiden Chefs. Nur so wird die Geschichte auf der Katz weitergehen.
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